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Das Bündnis Mannheim gegen Rechts mobilisiert gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai

1. Mai 2012 in Mannheim
Treffpunkt: 9:00 Uhr Gewerkschaftshaus
Mannheim gegen Rechts – bunt, tolerant und solidarisch
Eine Region wehrt sich gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Mannheim

Das breite Bündnis Mannheim gegen Rechts mobilisiert gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Mannheim und ruft zu Blockaden auf. Auch der AK Antifa ist neben ca. 40 weiteren Organisationen Mitglied im Bündnis. Treffpunkt am 1. Mai wird voraussichtlich die gewerkschaftliche Demo um 9 Uhr morgens am Gewerkschaftshaus sein. Im folgenden ist der Aufruf des Bündnis zu lesen.

NAZIS STOPPEN!
1. Mai 2012 in Mannheim
Treffpunkt: 9:00 Uhr Gewerkschaftshaus

Mannheim gegen Rechts – bunt, tolerant und solidarisch

Eine Region wehrt sich gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Mannheim

Am 1. Mai, dem gewerkschaftlichen Aktionstag für die Rechte der Arbeiter_innen und Angestellten, wollen Nazis in Mannheim-Neckarau demonstrieren und ihren reaktionären Nationalismus und rassistischen Fremdenhass auf die Straße tragen. Sie nutzen die „Eurokrise“, um ihre nationalistischen und rassistischen Vorstellungen als Lösung gegen diese Krise zu verkaufen.

Mannheim und die Rhein-Neckar-Region stellen sich gegen Naziumtriebe!

Diesen Naziumtrieben werden wir nicht tatenlos zuschauen, sondern offensiv und deutlich hörbar widersprechen. Bereits am 1. Mai 2001 haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir in einem breiten, parteiübergreifenden Bündnis den Aufmarsch der NPD vor dem Polizeipräsidium in L6 durch eine gemeinsame Sitzblockade stoppen und zum Umdrehen zwingen konnten.
Im folgenden Jahr am 1. Mai gelang uns ein erfolgreicher Protest gegen den Aufmarsch der NPD im Stadtteil Seckenheim.
Blockaden, Kundgebungen und Glockengeläut verhinderten die rassistische Propagandashow.
Auch in Mannheim-Blumenau ließen wir gemeinsam einen Auftritt der Nazis gegen die US Armee durch antifaschistischen Protest untergehen. Den Nazis blieb nur ein peinliches Rückzugsmanöver durch die von ihnen attackierte Kaserne übrig.
Diese Solidarität gegen Naziumtriebe hat uns gestärkt. Daraus ist das Bündnis MANNHEIM GEGEN RECHTS mit seinen 40 unterstützenden Organisationen entstanden.

Der Konsens des Bündnisses Mannheim gegen Rechts

Wir wehren uns dagegen, dass Menschen durch Gewalt oder Diskriminierung verletzt oder beleidigt werden, sei es wegen ihrer Nationalität, ethnischen oder sozialen Herkunft, wegen eines Handicaps, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung.
In unserer Region gibt es keinen Platz für Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Naziaufmärsche. Die Leugnung der Naziverbrechen ist keine Meinungsäußerung, die eine Demokratie aushalten muss. Faschismus ist und bleibt menschenverachtend!
Wir wollen eine offene und demokratische Region sein und bleiben, die Toleranz, Verständigung und ein gutes Miteinander mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern pflegt.
Der Gemeinderat der Stadt Mannheim hat eine „Mannheimer Erklärung für Toleranz“ beschlossen, der sich viele Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen angeschlossen haben.
Unsere Vorstellung von einer solidarischen, toleranten und vielfältigen Stadtgesellschaft werden wir gegen die Nazis verteidigen.

Jetzt ist aktive Einmischung erforderlich!

Wir setzen alles daran, dass die Nazis nicht in Mannheim auftreten können, nicht am 1. Mai und an keinem ande­ren Tag. Wir appellieren an die Bürger_innen, in ihrem Umfeld, an ihren Arbeits- und Ausbildungsplätzen, in Universität und Schule und in ihrer Freizeit, in Vereinigungen und Gruppen mit uns zusammen in vielfältigen und fantasievollen Formen gegen Anti­se­mitismus, Antiziganismus, Rassismus und Faschismus Stellung zu beziehen und sich mit Zivilcourage einzumischen.

Eine große gewerkschaftliche 1. Mai-Demonstration, vielfältiger, entschlossener Widerstand und Blockaden vor Ort in Mannheim-Neckarau werden die NAZIS STOPPEN!

Aktuelle Infos unter www.mannheim-gegen-rechts.de
V.i.S.d.P: DGB Nordbaden, Hans-Böckler-Straße, Mannheim

Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus

European Day of Action against Capitalism March 31st, 2012 | http://march31.net
Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus 
31. März 2012 | http://march31.net

Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus

31. März 2012 | march31.net

Seit Monaten spitzt sich die Kredit- und Schuldenkrise in der EU (und global) zu. Auf immer neuen Regierungskonferenzen werden Notprogramme beschlossen, um den Kapitalismus in Europa zu sanieren. Glaubt man Politik und Medien, drohen sonst Zusammenbruch, Rezession und neue Armut. Mit diesem Drohszenario werden marktradikale Reformen durchgesetzt, die unsere Gesellschaft und unser Leben auf Jahrzehnte bestimmen – wenn wir uns nicht wehren. In den ersten Jahren der Krise hieß es, der Kapitalismus müsse gezügelt werden. Banken und Konzerne sollten einen Teil der Lasten tragen, die sie selbst mit verursacht hatten. Doch gerade passiert das genaue Gegenteil: Die Herrschenden in der EU, ihren Mitglieds- und Beitrittsstaaten setzen auf mehr „Wettbewerb“ und einen brutalen Sparkurs, um das „Vertrauen“ und die Profite der Privatwirtschaft zu sichern. Für einen Großteil der Bevölkerung bedeutet dies eine zunehmende Verarmung und Verschärfung ihrer Lebensbedingungen. Es zeigt sich: Kapitalismus heißt Krise und Ohnmacht, Armut inmitten von Reichtum. Organisieren wir uns für eine bessere Gesellschaft! (mehr…)

Nazis in Worms gemeinsam und solidarisch „weggeschunkelt“!

Worms. Mit bunten, lautstarken Demonstrationen und gemeinsamen Sitzblockaden gelang es gestern rund 400 überwiegend jungen Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Rheinland-Pfalz und Teilen Baden-Württembergs, den Aufmarsch von Neonazis aus der NPD und dem Kameradschaftsumfeld zu blockieren.
Nachdem Europas größter Naziaufmarsch in Dresden in den vergangenen zwei Jahren bereits durch Blockaden erfolgreich verhindert wurde, war er dieses Jahr von vornherein abgesagt worden. Als Ersatz wollten diese nun in Worms des angeblichen alliierten „Bombenholocaust“ im Zweiten Weltkrieg gedenken, um die Geschichte zu verfälschen und den Nationalsozialismus zu verharmlosen.
Aufgrund der erfolgreichen Straßenblockaden musste die, wegen der Straßenfastnacht ohnehin in die Weststadt verlegte Route der 140 Nazis aber stark verkürzt werden. Dank des engagierten Pfarrers der Lutherkirche misslang auch die Zwischenkundgebung am Karlsplatz – sie ging in minutenlangem Glockengeläut unter.

Um die Lager zu trennen, versuchte die Polizei, die Gegendemonstrantinnen und -demonstranten mit massiven Absperrungen auf der Innenstadtseite zu halten, was aber augenscheinlich nicht gelang. Ebenso entschlossen wie besonnen waren in der ganzen Weststadt kleinere Gruppen überwiegend junger Leute unterwegs, die sich immer wieder zu gemeinsamen Sitzblockaden und Spontandemonstrationen zusammenschlossen. Großer Beliebtheit erfreute sich die Suppenküche der Grünen Jugend Worms, die allen Beteiligten zur Stärkung und als Anlaufstelle diente.
So gelang es, auch Rückschläge wegzustecken, wie beispielsweise das kurzfristige Verbot der von der Wormser Gruppe „Kritisches Kollektiv“ rechtzeitig angemeldeten Gegenkundgebung am Karlsplatz. Bereits frühmorgens hatte in Mannheim eine Kundgebung gegen Rechts stattgefunden, auf der u.a. der grüne Kommunalpolitiker Wolfgang Raufelder sowie der AK Antifa Mannheim zur gemeinsamen Fahrt nach Worms aufriefen.

Zufrieden blickt das spektrenübergreifende Bündnis „Nazis wegschunkeln“, das von Partei- und Gewerkschaftsjugenden, der LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz sowie unabhängigen linken und Antifa-Gruppen aus der ganzen Region getragen wurde, auf den gestrigen Tag zurück: „Solidarität hat sich wieder einmal ausgezahlt,“ fühlt sich Sophia Steinmetz, Sprecherin der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz bestätigt. „Wie in Dresden oder auch 2009 in Mainz gelangen die Blockaden, gerade weil Leute aus den unterschiedlichsten Spektren zusammenhielten und sich nicht in gute und böse Demonstrantinnen und Demonstranten spalten ließen,“ so Christian Busch von der ver.di-Jugend Rheinland-Pfalz.

Auch Julian Schwering, stellvertretender Vorsitzender der rheinland-pfälzischen Jusos, zieht ein positives Fazit, hofft für die Zukunft aber auf eine bessere Zusammenarbeit mit der Lokalpolitik: „Nur so kann es gelingen, rechtes Gedankengut dauerhaft zurückzudrängen. Was anderswo selbstverständlich ist, muss auch hier in Worms möglich sein.“ Die Kundgebung des Wormser „Bündnisses gegen Naziaufmärsche“ am Hauptbahnhof wurde von vielen Beteiligten kritisiert: „Nach anderthalb Stunden Politikerreden waren die meisten schon wieder auf dem Heimweg, als die Nazis noch nicht einmal losmarschiert waren,“ empört sich Anne, Studentin aus Mainz, „das ist nicht nur unsolidarisch, es grenzt an Augenwischerei!“

Pressemitteilung des AK Antifa Mannheim

Wormatia, Jugendorganisationen, Pfaffen und Antifa sabotieren Naziaufmarsch in Worms

Am Samstag, den 18.02 mobilisierten Nazis der NPD, des „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ und aus deren Umfeld zu einer Ersatzveranstaltung für den verhinderten Aufmarsch in Dresden. Sie wollten einem angeblichen alliierten „Bombenholocaust“ im Zweiten Weltkrieg gedenken, damit die Geschichte verfälschen und den Nationalsozialismus verharmlosen. Dem Aufmarsch der Nazis stellten sich ca. 400 Menschen entgegen. Eine Kundgebung des „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ endete leider schon weit vor Beginn der angemeldeten Nazidemonstration. Entgegen den Aussagen dort, man wolle sich den Nazis entgegenstellen, verließen die meisten der Teilnehmer_innen den Bahnhofsvorplatz bereits gegen 12:00 Uhr. Entschlossene Antifaschist_innen konnten den Aufmarsch der Nazis erheblich stören und so einen frühen Abbruch erzwingen. Mit zwei Spontandemonstrationen setzten sie zudem ein deutliches Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus.

Antifaschistische Kundgebung in Mannheim
Bereits am frühen morgen um 9:00 Uhr startete der Tag für ca. 60 Antifaschist_innen in Mannheim. Bei einer Kundgebung am Hauptbahnhof, die als Treffpunkt für die Anreise nach Worms diente, wurden in Redebeiträgen die Aufmärsche von Dresden und Worms thematisiert. Es sprachen Vertreter_innen von AK Antifa Mannheim, Antifajugend Ludwigshafen/Mannheim, Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim, dem Kreisverband der Grünen und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Raufelder.

Unsolidarisches Verhalten
Ab 11:00 Uhr fand in Worms eine Kundgebung des „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ statt, die leider schon weit vor Beginn der Nazidemonstration wieder aufgelöst wurde. Die Veranstalter_innen beschränkten sich darauf, am Vormittag mitzuteilen, dass Nazis nicht willkommen seien, dies behaupteten sie aber auch von den „bösen auswärtigen Autonomen“. Sie hielten es andererseits aber nicht für notwendig, sich selbst aktiv den Nazis in den Weg zu stellen. Dieses unsolidarische Verhalten, führte dazu, dass mehrere junge Menschen Probleme mit Platzverweisen bekamen, da es ab 12 Uhr keinen offiziell angemeldeten Anlaufpunkt in der Stadt mehr gab. Einige Organisationen und Teilnehmer_innen entschlossen sich deshalb, eigenständig und trotz der Gefahr der Repression durch die Polizei die Nazis in der Weststadt zu blockieren.

Naziaufmarsch blockiert!
Gleichzeitig organisierte die Grüne Jugend am Eingang zur Fußgängerzone eine Suppenküche, die sich bei den herrschenden Temperaturen großer Beliebtheit erfreute. Dieser Ort konnte so auch den Tag über als Anlaufpunkt für Antifaschist_innen dienen.
Etwa 200 Menschen konnten auf der Westseite der Bahngleise mehrere Blockaden aufstellen. Es gab spontane Demonstrationen, aus einigen Straßen stiegen kleine Rauchsäulen auf. Als die Nazis dann ihre Kundgebung abhalten wollten, läutete eine engagierte Pfarrerin die Glocken ihrer Kirche direkt neben der Naziroute. Die „Schweigeminute“ der Nazis ging im Glockengeläut unter. Die wütenden Faschisten brachen darauf hin offenbar ihre Veranstaltung ab, begannen Rangeleien und scheiterten, so dass sie unverrichteter Dinge den Heimweg antreten mussten. Das ab 15:00 stattfindende Fußballspiel Wormatia Worms gegen FC Bayern Alzenau (Wormatia hat 4:2 gewonnen!) war für die Polizei ein zusätzlicher Anlass, die Nazidemo frühzeitig zu beenden.

Das Scheitern der Nazis
In Dresden fand an diesem Samstag kein Naziaufmarsch statt. Der ehemals größte Naziaufmarsch Europas konnte durch antifaschistische Blockaden 2010 und 2011 gestoppt werden und fiel in diesem Jahr aus. Auch wir hatten die letzten Jahre nach Dresden mobilisiert und sehen dies als großen antifaschistischen Erfolg. Die Nazis waren in diesem Jahr nicht in der Lage, alternative Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Ihr Aufmarsch am vergangenen Montag in Dresden wurde durch Blockaden verkürzt. Heute gab es offenbar nur einen verkürzten Aufmarsch in Gera, in Worms wurde er durch Blockaden gestoppt.
Die Teilnehmer_innen des Naziaufmarsches in Worms reisten vor allem aus den Regionen Vorderpfalz/Ludwigshafen, Südhessen/Biblis und Rheinhessen/Alzey an. Die Veranstaltung war vom „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ um deren Chef Matthias Herrmann organisiert worden, eine Organisation, die sich mit der NPD eng überschneidet. Nach ihrem Scheitern versuchten sie in Ludwigshafen eine Ersatzveranstaltung für die Ersatzveranstaltung zu machen. Auch hierbei taten sich insbesondere Kader des „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ hervor. Auch hier scheiterten sie.

Erfolgsrezept (fast) nach Dresdner Vorbild
Wieder einmal führten breite und solidarische Blockadeaktionen im Zusammenspiel mit militanten Aktionen, Spontandemos und zivilem Ungehorsam zum antifaschistischen Erfolg. Auch die unsolidarisch ausgestaltete und wenig hilfreiche Kundgebung des „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ konnte den Gesamteindruck kaum trüben. Die engagierte und motivierte Beteiligung vor allem der Jugendorganisationen von ver.di, Jusos, Grüne Jugend, Solid, Falken sowie der Antifagruppen und anderen linken Organisationen, die sich im Bündnis „Nazis wegschunkeln“ zusammengefunden hatten, führte schließlich zu einem positiven Ergebnis, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war.

Resümee
Eine Sprecherin des AK Antifa dazu: „Wir freuen uns, dass so viele junge Menschen heute gegen Nazis auf der Straße waren und sich engagiert und entschlossen dem Aufmarsch entgegenstellten. Absolut unverständlich ist uns die Haltung der Organisator_innen des „Bündnis gegen Naziaufmärsche“. Mit ihren Reden und Entscheidungen haben sie sich von großen Teilen der Antifaschist_innen entsolidarisiert und sogar Menschen indirekt in Gefahr gebracht. Stattdessen hat die Jugend dafür gesorgt, dass die Nazidemo nur stark verkürzt stattfinden konnte und ihre faschistische Hetze im Glockengebimmel untergegangen ist. Mit warmen Worten und Abgrenzung von anderen Demonstrationsformen lassen sich keine Nazis stoppen. Mit solidarischen und entschlossenen Blockaden schon.“

Pressemitteilung des Bündnisses „Nazis wegschunkeln“

Der für den Samstag erwartete Aufmarsch der südwestdeutschen Neonaziszene in Worms wurde mit geänderter Route genehmigt. Überraschend ist nur, dass das Verwaltungsgericht Mainz dazu heute nicht einmal eine Entscheidung fällen musste, da die Stadt Worms eine Alternativroute anbot: vom Bahnhof aus über die Friedrich-Ebert-Straße und den Karlsplatz auf die Alzeyer Straße und dann über die Burkhardstraße zurück.

Gegen den Naziaufmarsch hat sich ein für die Region beispiellos breites, spektrenübergreifendes Bündnis formiert. Mit gemeinsamem Aufruftext mobilisieren die Landesverbände der Partei- und Gewerkschaftsjugenden, LandesschülerInnenvertretung, das Kritische Kollektiv, Antifa-Gruppen aus der gesamten Region, aber auch der VVN/BdA Kaiserslautern und die Linkspartei Alzey-Worms dazu, die Nazis am Samstag gemeinsam „wegzuschunkeln“.

Konkret trifft sich das Bündnis „Nazis wegschunkeln“ um 11 Uhr vor dem Wormser Hauptbahnhof. Neben einer Kundgebung des „Bündnisses gegen Naziaufmärsche“ wird es dort eine Suppenküche der Grünen Jugend Worms geben. Alle Wormser Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an den Protesten zu beteiligen.

Dabei rechnet das antifaschistische Bündnis damit, dass am Samstag eine höhere dreistellige Zahl von Neonazis aus großen Teilen Süddeutschlands der Einladung der lokalen Nazistrukturen folgen, um ihren Geschichtsrevisionismus auf die Wormser Straßen zu tragen. „Es scheint der größte Naziaufmarsch der Region seit vielen Jahren zu werden,“ so Sebastian Knopf von der LINKEN Alzey-Worms, „wir werden uns diesem braunen Mob aber entschlossen in den Weg stellen.“

Hintergrund dieses Großaufgebotes ist freilich auch der abgesagte Naziaufmarsch in Dresden: „Der entschlossen-solidarische Widerstand von Zehntausenden Antifaschist_innen hat den Nazis ihre Freude an ihrer alljährlichen Parade durch Dresden genommen. Jetzt backen sie immerhin etwas kleinere Brötchen!“ nimmt Florian Elz vom Kritischen Kollektiv erfreut zur Kenntnis, das als Mitgliedsgruppe der Interventionistischen Linken schon seit einigen Jahren an den Blockaden in Dresden beteiligt ist.

„Wir haben in Worms einige Jahre trügerischer Ruhe erlebt. Die zwei Aufmärsche binnen kürzester Zeit machen deutlich, wie organisierte, vernetzte Nazistrukturen im Hintergrund gewachsen sind,“ so die Sprecherin der Antifaschistischen Initiative Mainz-Wiesbaden, Heike Maltese. Die rechte Szene sei durch die aufgedeckten Verbrechen der NSU und deren Verstrickungen LuNaRa („Ludwigshafener Nationalisten und Rassisten“, wie sie sich selbst nennen) und der NPD motiviert, sich öffentlich zu inszenieren. So auch die Einschätzung aus der autonomen antifa worms: „Von beschämter Zurückhaltung kann keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: die regionale Naziszene steht hinter der NSU-Mordserie. Die finden das gut.“

Dass in der Öffentlichkeit teilweise Ausschreitungen befürchtet werden, kann Chris Busch von der ver.di-Jugend Rheinland-Pfalz zwar nachvollziehen, hält dem aber entgegen: „Leute aus Gewerkschaften und Parteien, aus unabhängigen Gruppen und Initiativen ziehen an einem Strang – wir haben uns alle zusammengefunden, um den Nazis gemeinsam und solidarisch etwas entgegensetzen zu können. Da gibt es keine Spaltung.“

Gut informierte Kreise bestätigten, dass die Nazis hilfsweise auch in Alzey einen Aufmarsch angemeldet haben. Auch ein Doppelaufmarsch bleibt im Rahmen des Möglichen. Das Bündnis „Nazis wegschunkeln“ ist für die unterschiedlichen Fälle vorbereitet und würde auch geschlossen in die rheinhessische Nachbarstadt mobilisieren. „Alzey musste in den vergangenen Monaten mit andauernder NPD-Präsenz leben. Ein Zeichen der Solidarität auch aus der Wormser Bürgerschaft wäre natürlich sehr erfreulich,“ so der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Alzey-Worms, Ulrich Feuerhelm, „erstmal mobilisiert auch ‚Alzey gegen Rechts‘ alle Leute nach Worms.“

(Pressemitteilung vom 17.02.2012, 13:00 Uhr)

Für Rückfragen bitte eMail an naziswegschunkeln@verdinand.de

Am 18. Februar 2012: Nazis wegschunkeln!

Zeiten der Nazis nun bekannt: von 13 bis 18 Uhr angemeldet, Anmelder sind Klaus Armstroff, Rainer Marschall und René Teufer!
Eine Demo der Rechten würde – wenn sie erlaubt ist – westlich der Bahnlinie stattfinden, d.h. abseits des Fastnachtsgebietes und der
Innenstadt.

Updates werden ab sofort auf der Sonderseite 18.02.2012 bekannt gegeben!

Ein breites, überregionales Bündnis ruft für den 18. Februar zu Protesten und Widerstandsaktionen gegen den von Nazis in Worms geplanten „Trauermarsch“ auf.
Gemeinsam werden wir gegen Geschichtsrevisionismus, Nationalismus und deutsche Opfermythen auf die Straße gehen!

Überall wird in diesen Tagen Fastnacht gefeiert. Auch in Worms ist am Samstag, den 18. Februar Straßenfastnacht mit Männer-, Frauen- und Kinderballett, mit den „Griwwelbissern“, Kettenkarussell und Musik zum Schunkeln.

Doch die scheinbare Fastnachtsidylle steht im krassen Kontrast zur Ankündigung aus Neonazikreisen der Region, an ebendiesem Samstag einen Trauermarsch durch Worms veranstalten zu wollen. Nachdem der Neonazi-Großaufmarsch in Dresden abgesagt wurde, planen Kameradschaften und NPD-Kreise aus der ganzen Region an diesem Tag stattdessen in Worms zusammenzukommen, um die Bombardierungen im Februar 1945 zu beklagen, die dem Dritten Reich einst den Garaus machten, Angst und Schrecken in Europa ein Ende setzten und den Holocaust beendeten.

Wer die Geschichte für seine Zwecke umdeutet, indem er deutschen Hass und deutsche Kriegslust vergisst, die bis heute unfassbare Vernichtung von Millionen Menschen im Holocaust unterschlägt oder gar leugnet, und dann so tut, als wäre die „böse Welt“ über ein „unschuldiges Deutschland“ hergefallen, dem darf weder in Worms noch in einer anderen Stadt eine öffentliche Plattform zur Verbreitung geboten werden.

Aus diesem Grund werden wir uns mit vereinten Kräften jenen entgegenstellen, die meinen mit Hilfe von Geschichtsrevisionismus und der Instrumentalisierung der Opfer des zweiten Weltkriegs ihre menschenverachtende Ideologie in den Köpfen der Bevölkerung verankern zu können.

So wie sich der Führerkult schon damals nicht auf das mörderische Regime beschränkte sondern von der breiten Masse der Bevölkerung getragen wurde, so hat die Ideologie der Nazis bis heute ihre Spuren in der Mehrheitsgesellschaft hinterlassen: Nationalismus, ein biologistisches Menschenbild, Rassismus und Antisemitismus leben fort, gleichwohl Neonazis von den meisten als „zu extrem“ befunden und abgelehnt werden.

Wenn wir also am Samstag, den 18. Februar auf die Straße gehen, um den Naziaufmarsch in Worms gemeinsam und geschlossen „von der Straße zu schunkeln“, sollten wir uns bewusst machen, dass Nazis das rückwärtsgewandte Gedankengut, das sich in der gesamten Gesellschaft wiederfindet, nur auf die Spitze treiben. Machen wir deutlich, dass wir Nationalismus wie Rassismus bekämpfen, auch wenn er aus dem Munde von Demokrat_innen kommt.

Wehren wir uns dagegen, uns „nationale (Standort-)Interessen“ und ein konstruiertes nationales Zusammengehörigkeitsgefühl aufdrängen zu lassen, die ausschließlich zur Rechtfertigung dienen sollen, sich gegen andere Nationen abzugrenzen, das eigene Konstrukt künstlich aufzuwerten und damit alles Übrige abzuwerten. Damit soll die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus kaschiert und die Spannungen, die daraus innerhalb der Bevölkerung resultieren, übertüncht und auf vermeintlich „Minderwertiges“ und „Fremdes“ projiziert werden.

So wird Arbeitnehmer_innen, die gezwungen sind sich zu immer schlechteren Konditionen ausbeuten zu lassen oder Erwerbslosen, denen immer weniger Unterstützung zuteilwird, suggeriert, dass es ihnen im Vergleich zu anderen Ländern immer noch und sie zusammenstehen müssten, um diesen Status gegenüber „den Anderen“ zu verteidigen.
Eine Folge daraus ist ein staatlich institutionalisierter Rassismus, der zwischen „wirtschaftlich nutzbaren“ und „unproduktiven“ Migrant_innen unterscheidet. Das Resultat sind menschenunwürdige Behandlungen auf Ämtern, sowie polizeilichen Schikanen und gipfelt in der Internierung in Lagern und Abschiebungen. Dies alles wird von der Mehrheit der Gesellschaft widerspruchslos hingenommen, wenn nicht sogar befürwortet und bewusst mitgetragen

Nehmen wir all dies zum Anlass, der nationalen Ideologie insgesamt eine Absage zu erteilen!
Wir sind alle Menschen – ungeachtet unserer Herkunft, Hautfarbe oder Sprache, unseres sozialen Status, des Geschlechts oder der sexuellen Ausrichtung!

Kämpfen wir für eine bessere Gesellschaft! Eine solidarische Gesellschaft, in der alle ein gutes Leben führen können! In der nicht sog. Sekundärtugenden und der Zwang zur wirtschaftlichen Verwertung unser Leben bestimmen, sondern echte Freiheit, Selbstbestimmtheit und Solidarität!

Am 18. Februar 2012:
Geschichtsrevisionismus entgegentreten!
Nazis wegschunkeln!
Gemeinsam für eine bessere Gesellschaft!

Liste der Unterzeichner_innen:

- AK Antifa Mannheim
- Anarchistische Gruppe Mannheim
- Antifaschistische Aktion Schifferstadt
- Antifaschistische Initiative Heidelberg
- Antifaschistische Initiative Mainz_Wiesbaden
- Antifa Bad Bergzabern
- Antifa Bad Kreuznach
- Antifa Neustadt a.d. Weinstraße
- Arbeiterwohlfahrt Rheinland, Bezirksjugendwerk
- autonome antifa worms
- Grüne Jugend Rheinland-Pfalz
- Jusos Rheinland-Pfalz
- Kritisches Kollektiv (IL), Mainz/Worms/Mannheim
- Kritische Linke an der Uni Mainz
- Linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz
- ver.di-Jugend Rheinland-Pfalz
- VVN/BdA Kaiserslautern
- Zusammenschluss junger Antifaschistinnen und Antifaschisten aus dem Kreis Kaiserslautern
- ZWantifa
- Autonome Linke Vorderpfalz
- DIE LINKE Alzey-Worms
- LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz
- Sozialistische Jugend Deutschlands
- Antifaschistische Gruppe Baden-Baden
- ARAK – Antirassistischer Arbeitskreis Mainz
- Autonome Antifa Karlsruhe
- Antifaschistische Bildungsinitiative e.V.

18.02.2012 Antifaschistischer Aktionstag in Worms

Während der geplante Großaufmarsch am 18. Februar in Dresden gecancelt ist, haben Nazis aus der Region einen Aufmarsch in Worms angemeldet. Bislang ist nur ein weiterer in Leipzig bekannt.

Da wir das ganze Theater mit Untersagung, Widerspruch und Klage nicht abwarten wollen, um dann am Vorabend zu erfahren, dass, wann und wo sie marschieren, haben wir uns zu einem ganzen Antifaschistischen Aktionstag in Worms entschieden.

Ganz egal, wie sich die Dinge entwickeln, rechnen wir mit vielen Leuten aus ganz Rheinland-Pfalz und drumherum, die die Faschos von der Straße fegen und auch unter den karnevalfeiernden Bürger_innen Geschichtsrevisionismus, Nationalismus und Rassismus die Absage erteilen.

Es sind Busse aus Trier, Koblenz, Mainz sowie aus Zweibrücken, Kaiserslautern und Neustadt geplant. Weitere Infos und Uhrzeiten folgen, ebenso wie Aufruftext und Flyer!

mag eure aaw

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