Mal wieder ein einziges Desaster wurde der 1. August für NPD und Autonome Nazis. In mehreren Städten Deutschlands als Dünnschiss angemeldet, blieb die braune Scheiße vielerorts als Verstopfung stecken.
In der Wetterau nördlich von Frankfurt kamen die rund 150 Nationalsozialisten sowohl in Friedberg als auch in Nidda gerade mal aus dem Bahnhofsgebäude. An einen Aufmarsch war aber nicht zu denken – rund 2.000 Antifas und bürgerlichen Gegendemonstrant_innen hatten in Friedberg schon am frühen Morgen alle Wege vom Bahnhofsvorplatz versperrt und hielten sie stundenlang blockiert, bis die Nazis entnervt aufgaben. Auch in Nidda waren die Antifaschist_innen lang vor den Nazis da und hielten noch den kleinsten Fußweg, der dazu geeignet wäre, den braunen Mob aus dem Kessel zu führen, besetzt.
Erst in dem kleinen Nachbarort Ranstadt, wo Anmelder Mario Matthes und seine Truppen kurzerhand ausstiegen, konnten sie einen Teilerfolg verbuchen und eine Spontandemo unter dem Motto „Demonstrationsrecht auch für Deutsche“ durchsetzen. Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt kam dazu, seine vorbereitete Rede unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dafür an einer armseligen Bushaltestelle zwischen Dorflinde und Bahngleisen zu halten. Eingedeckt mit „Nie, nie, nie wieder Deutschland“-Rufen und Stinkefingern, blieb ihnen nach einer Runde um den Häuserblock nur noch die Heimfahrt, die sich nach Verpassen des letzten Anschlusszuges in Nidda zudem etwas beschwerlicher gestaltete.
(siehe auch die Berichte: indy 1, indy 2, ANK Ffm sowie eine Nachbetrachtung)
Auch im niedersächsischen Bad Nenndorf blockierten 1.300 Menschen, darunter rund 400 Antifaler_innen die Route des dort zuletzt jährlichen Aufmarsches. Ebenso kreativ wie effektiv war die frühmorgens am Kundgebungsort abgeladene Betonpyramide, an der sich Antifaler_innen offensichtlich einbetonierten und den Platz gemeinsam mit der breiten Masse der Gegendemonstrant_innen besetzt hielten. Erst nach Stunden, als ein technisches Expertenteam der Polizei die Pyramide Stück für Stück zersägte, stellte sich heraus, dass sich die Besetzer in Wirklichkeit nur stundenlang mit den Händen festgehalten hatten.
Danach wurde der Platz leider geräumt und die verbliebenen immerhin rund 700 Neonazis konnten mit mehreren Stunden Verspätungen den geplanten Marsch zum Wincklerbad antreten. Dennoch war es im Vergleich zu den Vorjahren das mit Abstand stärkste Zeichen gegen die braune Pest.
(siehe auch den indy-Bericht)
So langsam müsste sich seitens der Nazis eigentlich die Erkenntnis durchsetzen, dass sie, wo auch immer sie aufmarschieren, nirgendwo in Ruhe gelassen werden (nicht zuletzt, weil es überall Menschen gibt, die kapiert haben, dass die braune Ideologie menschenverachtend, rückwärtsgewandt und dumm ist). Doch Erkenntnis hat ja was mit Denken zu tun, und wo Ressentiments und Hass die Kontrolle übernommen haben, kann man eine solche Einsicht freilich nicht erwarten.
Drum müssen wir wohl auch nächsten Samstag in Zweibrücken wieder mithelfen, uns den immer verzweifelter durch die Gegend tourenden Nazis in den Weg zu stellen.
